Definition Vertrauen:
„Vertrauen ist der Wille, sich verletzlich zu zeigen.“ Dieser einfache Satz umfasst mehrere Vertrauensdimensionen: 1. Vertrauen entsteht in Situationen, in denen der Vertrauende (der Vertrauensgeber) mehr verlieren als gewinnen kann – er riskiert einen Schaden bzw. eine Verletzung. 2. Vertrauen manifestiert sich in Handlungen, die die eigene Verletzlichkeit erhöhen. Man liefert sich dem Vertrauensnehmer aus und setzt zum Vertrauenssprung an. 3. Der Grund, warum man sich ausliefert, ist die positive Erwartung, dass der Vertrauensnehmer die Situation nicht zum Schaden des Vertrauensgebers verwendet.In einem vergangenen Blog schrieb ich:
Sie sagte, ich soll ihr endlich Vertrauen und das hab ich auch gmacht, in dem ich ihr von mir erzählt hab, an meinem Leben teilnehmen hab lassen und jetzt seh ich auch, dass man Menschen die an Emotionen/Urteilen & Gedanken festhalten und sie glauben, dass sie selbst diese Illusion sind oder glauben, das kommt aus heiterem Himmel und dafür kann man nix machen, nicht Vertrauen kann, weil Gedanken und Emotionen so wankelmütig sind, dass tatsächliche Leben unterdrücken wird und sich selbst einfach am wichtigsten nehmen und die Realität einfach ausblenden.
Ich sprach von Vertrauen ohne überhaupt genau mir dieses Wort, die Bedeutung dahinter und das Problem darin, angeschaut und hinterfragt zu haben. Aber dieser Kontext hat nicht allein nur mit meiner damaligen Partnerin zu tun sondern auch mit mir selbst und mit jedem anderen Menschen.
Ich wollte immer, daß sie mir vertraut, so wie sie es immer von mir wollte und im Endeffekt haben wir Menschen "Vertrauen" immer nur missbraucht - entweder um des anderen sein Blindes Vertrauen ausnützen zu können oder ihm wenn er etwas gemacht hat, wo man selbst nicht damit klar kommt, ihm dafür die Schuld zugeben "Du hast mich verletzt".
Beides beruht auf Egoismus, den es ist fern ab von Selbst-Verantwortung & Selbst-Vertrauen als Leben. Ich trennte das Vertrauen von mir, mit der Erwartung das sie mich nicht verletzt sondern mich so nimmt wie ich bin - obwohl ich das nicht wollte, da ich mich selbst in gewissen Punkten unakzeptabel fand und ich wußte, dass muß ich noch an mir perfektionieren.
Sie hat mich nie verletzt, sondern nur ich mich selbst, durch die Akzeptanz & Teilnahme meiner Einstellung, meine Verhaltens-& Gedankenmuster hab ich mich selbst verletzt gefühlt. Und hier durfte ich erkennen, dass Vertrauen uns mehr zerstört als uns vorran bringt - Ich kann mir selbst nicht vertrauen, wenn ich Gedanken und Emotionen zu etwas habe und es als mich selbst definiere, sowie ich auch keinen anderen dadurch vertrauen kann weil sie heute einmal so und morgen einmal so sein können.
Dadurch, daß meine damalige Partnerin zornig war wegen eines Blogs von mir und ich beim nochmal lesen meines Blogs erkannt habe, daß ich das Thema Vertrauen und Selbst-Vertrauen total mißinterpretiert habe, verstehe ich jetzt, dass sich deshalb mein flexibler, entspannter, humorvoller & freier Ausdruck als Leben in ihrer Gegenwart sehr beschränkte, weil ich mein Selbst-Vertrauen durch den Wunsch "Vertrauen wollen aber gewisse Aussagen von Anfang an mit Zweifel definiert habe" unterdrückt habe.
Ich brauche kein vertrauen zu jemandem oder das mir jemand vertraut sondern ich muß einzig und allein an meinem Selbst-Vertrauen arbeiten und das Vertrauen der Zwischenmenschlichkeit kommt von allein. Also dort wo ich Zweifelte oder Unsicher war, da untergrub ich mein Selbst-Vertrauen und deshalb hatte ich auch die Erwartung von Vertrauen oder die Aussage "Ich tu mir schwer dir zu Vertrauen" weil ich selbst in mir Zweifel & Unsicherheit in Verbindung mit gewissen Thematiken wie zb. Sex oder Kommunikation hatte.
Die Erkenntnis alleine, daß sie ein freies Individuum ist und jede Situation & jedes Gespräch das wir hatten, ihr Ausdruck als Leben ist, reichte nicht aus, den im Unterbewussten prodelten noch andere Dinge, die mir erst durch das wirkliche Zeitnehmen und darüber schreiben, klar wurden und ich nun diese alten partnerschaftsuntauglichen Wortdefinitionen und darauf folgenden Verhaltensweisen, ablegen kann.
Als ich das obrige Zitat schrieb, verspührte ich Wut ihr gegenüber, weil ich dachte "sie läuft vor ihrer eigens Erschaffenen Subjektivität davon und will sich nicht damit auseinander setzten und probierte nicht, vielleicht mit mir gemeinsam, eine Lösung zu suchen und auszuarbeiten" aber genau das ist ihre freie Wahl, denn jeder entscheidet für sich selbst und trägt auch die Verantwortung für die Konsequenzen, was man von sich an Kopfkino & emotionales Tohuwabohu ablegt & losläßt und an was man festhält.
Diese Wut dabei brachte garnichts, außer das ich mich Schwermütig fühlte und die Tatsache, welche Entscheidungen die Frau an meiner Ex-Seite :) auch getroffen hat und noch treffen wird, ist für Sie selbst das passende und so stehe ich auch zu ihr, egal welche Entscheidungen sie trifft - meine wütende Reaktion darauf war nur aus Eigeninteresse heraus - sie nicht hergeben zu wollen.
Was mir wieder klarer wurde, ist, dass sich eigene vorprogrammierte emotionale & gedankliche Reaktionen zu einem Menschen, zu Situationen oder Dingen, nicht von alleine verändern oder lösen.
Sie sind hier, man spührt was oder auch nicht, je nach Achtsamkeit über das Leben/über sich selbst - und man nimmt Teil und die Vergangenheit wiederholt sich und die Freiheit und Leichtigkeit als Leben als Realität, die sein könnte wird unterdrückt & ausgeblendet.
Und definitv, solange man einen Gedanken hat & an ihn glaubt solange nimmt man auch sich selbst am wichtigsten oder man versteht, dass man selbst nicht dieser Gedanken oder diese Emotion ist, dann passierts leicht, dass man dies probiert zu unterdrücken und trotzdem bleibt er so irgendwo in uns bestehen - ansonsten hätte ich keine Gastritis gehabt oder einen angeschwollenen Lymphknoten ...
Sich den Scheiß von der Seele schreiben und darauf hin Selbst-Erkenntnisse und urteilsfreie und Realitätsbezogene Grundsätze aufzuschreiben scheint eine einfache und effektive Möglichkeit zu sein sich aus seiner Vergangenheit zu befreien - bei mir zumindestens.
Schönen Tag euch allen !